Offenes Atelier im Village
Ein interaktives Projekt von Christiana Protto in Kooperation mit HOME ABROAD


Das offene Atelier war ein von Christiana Protto – Künstlerin und Initiatorin von HOME ABROAD – konzipiertes und kontinuierlich über 14 Monate durchgeführtes Projekt, das von Mitgliedern und Förderern von HOME ABROAD ehrenamtlich aktiv unterstützt wurde.
Von August 2016 bis Oktober 2017 wandte sich das offene Atelier an den künstlerischen Nachwuchs in einer von der Diakonie betreuten Wohnanlage, in der 65 Familien aus Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan, Äthiopien und Eritrea ein temporäres Zuhause gefunden hatten.
Das offene Atelier gliederte sich in mehrere Phasen: Ging es kurz nach der Ankunft der Familien im "Camp" am Stadtrand von Frankfurt darum, die Kinder während der Sommerferien mit einem intensiven Workshop beim Einleben zu begleiten, so ermunterte "Village" zur aktiven Teilhabe vor Ort. Mit Exkursionen in das Museum für angewandte
Kunst und das Naturmuseum Senckenberg bspw. wurden  zusätzlich Impulse gesetzt, das
weitere Stadtgebiet zu erkunden.
Die bisher letzte Phase “Schnittstelle“ regte den aktiven Umgang mit der Architektur an. Die Fenster standen als  für die Grenze aber auch Begegnung zwischen dem Innen und Außen, dem Öffentlichen und Privaten. Es wurde direkt auf die Glasflächen gearbeitet, und die Gardinen wurden zu Requisiten im szenischen Spiel. Zudem wurden für die Fensternischen der  Modularchitektur Bild tragende Einbauten geschaffen.
Das von Christiana Protto entwickelte Konzept eines offenen Ateliers basiert auf langen Öffnungszeiten, so dass dessen Nutzung den jeweiligen Tagesabläufen angepasst werden
kann.
Die Kinder und Jugendlichen sowie deren Gäste wie auch Erwachsene nutzten die
Gelegenheit, sich regelmäßig oder sporadisch im Atelier zu treffen, um bei freier Wahl der
künstlerischen Mittel einen Ausdruck zu finden für Erlebtes, wie auch im Erleben des
Experimentierens und Gestaltens neue Erfahrungen zu machen.
In ständig wechselnden Konstellationen etablierte sich schnell über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg eine kreative Kommunikation.





Die im Atelier entstandenen Werke vermitteln die an diesem Ort herrschende Freiheit und Selbstbestimmtheit, wie auch ganz unterschiedliche künstlerische Vorbildungen – auch in kultureller Hinsicht haben wir es hier im Geiste von "home abroad" mit vielfältigen  Schnittstellen zu tun.
 In der gut besuchten Ausstellung "Zwischenstopp" anlässlich des Jubiläums zum einjährigen
Bestehen der Wohnanlage, konnte bereits die Vielfalt der Werke, flankiert von einer
fotografischen Dokumentation des offenen Ateliers, präsentiert werden.
Eine rückschauende Ausstellung in der Innenstadt in den Räumen von HOME ABROAD wie
auch eine dokumentierende Publikation befinden sich in der Planungsphase.
 
Unterstützung für das Projekt gab es von Mitgliedern und Förderern von HOME ABROAD.
Ein besonderer Dank geht an Urs Breitenstein wie auch an Dr. Bernhard Koßmann, Willfried
Mäder und Therese Traube.
Bezuschusst wurde das offene Atelier von der Diakonie wie auch vom Kulturamt der Stadt
Frankfurt am Main. Hier ein besonderer Dank an Susanne Kujer, Referatsleiterin Bildende Kunst.

Die Initiative des offenen Ateliers wird seit Januar 2017 auf der von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegebenen Homepage des Bündnis für
Demokratie und Toleranz präsentiert.




Christiana Protto