PUM - Pop Up Mock
Künstlerische Interventionen zum Erhalt der öffentlichen Bänke auf dem Adlhochplatz
Frankfurt am Main, seit Februar 2019
Stand 22.05.2019


 

Christiana Protto, Ortsbeiratssitzung, 10.05.2019

Dr. Frank Köhler, Ortsbeiratssitzung, 10.05.2019

Jasmin Klappenberger, Ortsbeiratssitzung, 10.05.2019

PUM-Bürgerbüro

 PUM-Bürgerbüro

PUM-Bürgerbüro


Gedicht einer Anwohnerin,
Schwanthaler Carrée

Der Adlhochplatz
ist ein Platz auf dem man
nicht mehr Platz nehmen kann.
Seit die Bänke weg sind
macht der Platz keinen Sinn.
Die Menschen können dort nicht verweilen,
sich nicht ausruhen, können nichts tun,
müssen weiter eilen.
Das will ich nicht so stehen lassen,
lieber aussitzen, doch auf Stehplätzen
fällt das schwer.
Die Bänke müssen wieder her.





PUM bezeichnet sporadisch in Erscheinung tretende Kunst-Aktionen von Christiana Protto, die die Situation rund um den von CDU, FDP und Grünen im Ortsbeirat 5 beschlossenen und am 20.03.2019 durchgeführten Abbau der öffentlichen Bänke auf dem Frankfurter Adlhochplatz begleiten – mit dem Ziel einer Rückkehr der öffentlichen Bänke.  
Mit Formen des Dialoges, die die Politik anzubieten vernachlässigt, kreiert Pop Up Mock, kurz PUM, adhoc-Ereignisse, wie bspw. schon zweimal zeichenhaft ein Bürgerbüro auf der Mitte des Platzes: ein Tisch, einige Hocker,  Listen und Stifte. Und die Künstlerin als Ansprechpartnerin.
Hier können sich Anwohner und Passanten über Geschichte und Hintergründe der Situation informieren ebenso wie über die unterschiedlichen Aktionen und Initiativen zum Erhalt bzw. der Rückkehr der öffentlichen Bänke auf den Platz, darunter diverse Posteraktionen, Petitionen (online von Moritz Tettenborn wie auf Papier von der AWO), über Nacht erscheinende Zeichnungen auf dem Boden...  

Die bei PUM gewonnenen Erkenntnisse, u. a. in Form von etwa 100 schriftlich verfassten Statements von Anwohnern und Passanten, konnten inzwischen sowohl auf einer Veranstaltung der AWO am 19.03.2019 auf dem Adlhochplatz wie auch am 22.03.2019 und 10.05.2019 auf der 30. und 31. Sitzung des Ortsbeirats 5 präsentiert werden.
Mit ganz wenigen Ausnahmen  hat niemand den Abbau der Bänke gewünscht. Durchweg sprachen sich bei PUM auch die Bewohner der Seniorenresidenz Schwanthaler Carrée, deren Wohlergehen von Seiten der FDP als wichtiger Grund für die Maßnahme genannt wurde, gegen den Abbau der Bänke aus und beteiligten sich an den verschiedenen Aktionen zum Erhalt bzw. zur Rückkehr der Bänke.
 



Eine viele Monate durch die Presse geisternde  "Bürgerbeteiligung", mit der der Abbau der Bänke legitimiert wurde, stellt sich als ein eher informelles Treffen im Café Ernst heraus, das erst im Nachhinein zu einer Veranstaltung der FDP erklärt wurde. Den Teilnehmern aus dem Schwanthaler Carrée war nicht bewusst, dass ihre Beschwerden über die sommerliche Lärmbelästigung zum Abbau ihrer geliebten Bänke führt. So jedenfalls berichteten es die Senioren bei PUM.

Ausgehend von zwei runden Tischen, bei denen u.a. auch praktikable Lösungen für die doch überschaubaren Probleme auf dem Platz zur Sommerszeit diskutiert wurden, haben Christiana Protto, Jasmin Klappenberger, Renate Berg und Dr. Frank Köhler auf der 31. Sitzung des Ortsbeirats am 10.05.2019 in einer gemeinsamen Aktion deutlich die Rückkehr der Bänke gefordert.

PUM informiert außerdem über Christiana Prottos seit November 2018 aktive Twitterseite  "baenke-saenger", die mit Portraits von Menschen startete, die auf den Bänken sitzend für deren Erhalt  plädierten. Als Online-Chronik dokumentiert  "baenke-saenger"  seither die Geschehnisse, vom Abbau der Bänke in den frühen Morgenstunden des 20.03.2019 über die Reaktionen ungläubiger und schockierter Passanten bis zu den diversen Initiativen vor Ort.

Derweil hat das Café am Platz  diskret weitere Tische aufgestellt. Die kommerzielle Nutzung des Adlhochplatzes scheint schrittweise vollzogen zu werden.

Die angestrebte Rückkehr der Bänke auf den Adlhochplatz hingegen steht für die Wertschätzung eines zum Verweilen einladenden allen zugänglichen öffentlichen Raums.












Christiana Protto